Der 14. Spieltag: Als das Glück in La Liga verrückt spielte

Die Liga, die auf dem Kopf steht

Wenn man den 14. Spieltag der La Liga zusammenfassen müsste, würde man wahrscheinlich zu einem Kartenspiel greifen – und alle Asse heimlich unter den Tisch fallen lassen. Denn was da in Spanien passiert ist, spottet jeder Fussball-Logik: Teams kassieren Punkte wie Lottogewinner, während andere trotz solider Leistungen leer ausgehen. Herzlich willkommen in der verrücktesten Liga Europas!

Spiel der Woche: Girona lässt Real Madrid verzweifeln

Im Estadi Municipal de Montilivi passierte das, was Real Madrid-Fans mittlerweile nur noch müde lächeln lässt: Der FC Girona hielt die Königlichen mit einem 1:1 auf Distanz – obwohl Real Madrid mit 2.6 xG gegen magere 1.07 xG eigentlich klar dominierte. Eine xG-Differenz von 1.53 zugunsten von Real Madrid, die am Ende trotzdem nur einen Punkt einbrachte. Es ist fast schon poetisch, wie Real Madrid diese Saison das Pech geradezu magnetisch anzieht. Während andere Teams mit deutlich weniger Aufwand mehr Punkte sammeln, rennen die Madrilenen gegen Wände an – oder in diesem Fall gegen einen inspired Girona-Keeper und die Pfosten.

Glückspilz des Spieltags: Villarreal und die Kunst des Punktehortens

Den Jackpot des Spieltags knackte der Villarreal CF mit einer geradezu artistischen Vorstellung. Beim 3:2-Sieg gegen die Real Sociedad im Estadio Municipal de Anoeta sammelte das "Gelbe U-Boot" drei Punkte, obwohl die Expected Points nur bei bescheidenen 0.5 lagen. Ein Delta von sagenhaften +2.5 Punkten! Villarreal steht damit nicht nur auf Platz 3 der offiziellen Tabelle, sondern führt auch unangefochten die Liste der glücklichsten Teams der Liga an – mit unglaublichen 23.5 Punkten mehr als statistisch verdient. Da kann man nur den Hut ziehen vor dieser Meisterschaft im Effizienz-Fussball.

xG-Opfer: Real Sociedad und der Fluch der vergebenen Chancen

Auf der anderen Seite der Glücksskala finden wir die Real Sociedad, die beim erwähnten Spiel gegen Villarreal das perfekte Beispiel für Fussball-Tragik lieferte. Trotz 2.03 xG gegen 1.28 xG verloren sie mit 2:3 und kassierten ein brutales Delta von -2.5 Punkten am Spieltag. Die Basken haben bereits 4 Punkte weniger auf dem Konto, als ihre Leistungen hergeben würden – und stehen damit stellvertretend für all jene Teams, die guten Fussball spielen, aber am Ende trotzdem mit leeren Händen dastehen. Manchmal ist Fussball eben kein Gerechtigkeitssport.

Ehrliche Tabellenlage: Die grosse Umverteilung

Ein Blick auf die ehrliche xP-Tabelle offenbart das ganze Ausmass der Verzerrung in La Liga. Während der FC Barcelona und Real Madrid auch in der ehrlichen Tabelle die Spitzenplätze behaupten, folgt auf Platz 3 bereits Atlético de Madrid – nicht Villarreal, das in der xP-Tabelle auf dem 13. Platz dümpelt. Der Athletic Club würde sich um sechs Plätze verbessern und auf Rang 4 stehen, während der Real Betis trotz Platz 5 in der offiziellen Tabelle nur auf Rang 8 gehört.

Besonders bitter trifft es den Rayo Vallecano und Valencia CF, beide eigentlich solide Mittelfeld-Teams, die aber durch Pech auf die unteren Tabellenplätze gerutscht sind. Rayo würde in der ehrlichen Tabelle 9 Plätze besser stehen, Valencia immerhin 6 Plätze.

Ausblick: Wird das Glück zur Konstante?

Nach 14 Spieltagen kristallisiert sich ein Muster heraus: Während die Top-Teams Barcelona und Real Madrid ihre Klasse auch statistisch untermauern können, leben viele andere Vereine von glücklichen Momenten oder leiden unter Pech-Serien. Die Frage ist, ob sich diese Extreme über 38 Spieltage halten können oder ob das Pendel irgendwann zurückschlägt.

Villarreal wird nicht ewig mit einem xG-Defizit von über 23 Punkten durchkommen, während Teams wie Athletic Club und Real Sociedad auf bessere Zeiten hoffen dürfen. Der nächste Spieltag wird zeigen, ob La Liga weiterhin ihre eigenen Gesetze schreibt – oder ob die Statistik langsam wieder die Oberhand gewinnt. Eins ist sicher: Langweilig wird es nicht.