La Liga Spieltag 22: Wenn Glück wichtiger ist als Talent
Ein Spieltag der großen Märchen
Manchmal ist Fußball wie ein schlechter Magier – das Publikum sieht genau, wo der Trick steckt, aber alle tun so, als wäre es echte Zauberei. Der 22. Spieltag der La Liga war so ein Abend voller billiger Tricks, bei dem Teams mit 1,3 Expected Goals plötzlich vier Tore schossen und andere trotz klarer Überlegenheit mit leeren Händen dastanden. Willkommen im Theater des Absurden, wo die ehrliche Tabelle eine ganz andere Geschichte erzählt als die offizielle Rangliste.
Spiel der Woche: Mallorcas Wundertüte im Iberostar Estadi
Was der RCD Mallorca gegen den Sevilla FC abzog, grenzte an Betrug – allerdings nur am Fußballgott, nicht am Regelwerk. 4:1 hieß es am Ende für die Mallorquiner, doch die Expected Goals erzählten eine völlig andere Geschichte: 1,3 zu 1,72 für die Gäste. Mit anderen Worten: Mallorca hätte dieses Spiel eigentlich verlieren müssen, schoss aber trotzdem vier Tore. Das ist so, als würde man beim Lotto mit einer falschen Nummer trotzdem den Jackpot kassieren. Der Sevilla FC kann sich bei seinen Stürmern bedanken, die offenbar dachten, das Tor sei nur zur Dekoration da. 1,72 xG und nur ein Treffer – das ist eine Effizienz, die selbst einen Bademeister zum Weinen bringen würde.
Glückspilz des Spieltags: Mallorca und die Kunst der Chancenverwertung
Drei Teams teilten sich den Titel des größten Glückspilzes: RCD Mallorca, Real Betis und Real Oviedo holten alle jeweils zwei Punkte mehr als ihre Expected Points suggerierten. Aber Mallorca verdient hier eine besondere Erwähnung, denn mit 1,3 xG vier Tore zu schießen ist wie mit einem Pfeil ins Schwarze zu treffen – während man rückwärts läuft und die Augen verbunden hat. Die Mallorquiner bewiesen, dass man nicht die bessere Mannschaft sein muss, um zu gewinnen – man muss nur die effizientere sein. Oder die glücklichere. In diesem Fall definitiv Letzteres.
xG-Opfer: Athletic Club und Osasuna im Pech-Duett
Die größten Pechvögel des Spieltags waren der Athletic Club und CA Osasuna, beide mit einem Delta von -1,5. Der Athletic Club dominierte im San Mamés Barria gegen Real Sociedad mit 2,06 zu 1,09 xG, musste sich aber mit einem 1:1 begnügen. Das ist, als würde man beim Pokern mit vier Assen verlieren. Noch bitterer war es für Osasuna: Im Estadio El Sadar spielten sie gegen Villarreal mit 1,61 zu 0,82 xG klar überlegen, kassierten aber trotzdem das 2:2. Die Navarrer sammelten nur einen Punkt, obwohl sie laut xG zweieinhalb verdient gehabt hätten. Fußball kann grausam sein – besonders wenn man auf der falschen Seite der Statistik steht.
Ehrliche Tabellenlage: Die Wahrheit tut weh
Die offizielle Tabelle ist derzeit ein einziger großer Schwindel. Der Villarreal CF steht auf Rang 3 mit 51 Punkten, hätte aber laut xP nur 27,5 verdient – eine Differenz von sagenhaften 23,5 Punkten! Das ist nicht mehr Glück, das ist bereits Betrug an der Statistik. Auf der anderen Seite des Spektrums leiden der Athletic Club (-11 Punkte) und der Rayo Vallecano (-4,5 Punkte) unter einer kollektiven Pechsträhne, die jeden Therapeuten beschäftigen könnte.
In der ehrlichen xP-Tabelle würde der Athletic Club auf Rang 4 stehen statt auf 8, während Villarreal von der Champions League-Zone direkt in die untere Tabellenhälfte auf Platz 13 abstürzen würde. Real Madrid (+7,5) und der FC Barcelona (+6,5) führen zwar beide Tabellen an, aber auch sie profitieren vom Glück ihrer Tüchtigen – oder einfach nur vom Glück.
Ausblick: Die Glücksspirale dreht sich weiter
Die Liga ist zur Halbzeit der Saison ein perfektes Beispiel dafür, wie sehr Glück und Pech den Fußball bestimmen können. Villarreal muss früher oder später für ihre Glückssträhne bezahlen – niemand kann dauerhaft mit einem xP-Defizit von 23,5 Punkten durch die Saison tanzen. Der Athletic Club hingegen hat gute Chancen auf eine Aufholjagd, wenn sie weiter so spielen wie bisher.
Der nächste Spieltag wird zeigen, ob Mallorca ihre neue Rolle als Zauberkünstler beibehalten können oder ob die Realität sie einholt. Eines ist sicher: In einer Liga, wo 1,3 xG zu vier Toren werden, ist alles möglich – auch wenn die Expected Goals eine ganz andere Geschichte erzählen.
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