La Liga, 24. Spieltag: Wenn das Glück zum Gegner wird
Die Fussballgötter haben seltsame Launen
Manchmal macht La Liga einfach keinen Sinn. Da kassiert der FC Barcelona die beste Torchance-Bilanz des Spieltags und verliert trotzdem. Währenddessen jubelt der Girona FC über drei Punkte, obwohl die Statistik klar gegen sie sprach. Willkommen am 24. Spieltag in Spaniens Oberhaus, wo Expected Goals und Realität so weit auseinanderklaffen wie Katalanische Unabhängigkeitswünsche und Madrider Zentralismus.
Spiel der Woche: Katalanisches Derby der Gegensätze
Im Estadi Municipal de Montilivi schrieben der Girona FC und der FC Barcelona ein Lehrbuch-Beispiel für die Unberechenbarkeit des Fussballs. 2:1 gewann Girona – und das, obwohl die Expected Goals (1,77 zu 2,58) klar für die Gäste aus Barcelona sprachen. Mit einer xG-Differenz von 0,81 zugunsten Barcelonas war dies das statistisch ungerechteste Ergebnis des Spieltags.
Der FC Barcelona dominierte nach den Zahlen, Girona holte die Punkte. So einfach ist das manchmal im Fussball. Während Barça-Fans sich fragen, wie man mit 2,58 Expected Goals nur einmal trifft, dürfen die Girona-Anhänger von einem perfekten Fussballabend träumen. Manchmal ist Effizienz eben wichtiger als Dominanz.
Glückspilz des Spieltags: Girona und der perfekte Timing
Sprechen wir über Glück: Der Girona FC führt unseren Glücksindex mit einem Delta von +2,5 an. Drei Punkte geholt, nur 0,5 Expected Points verdient – das ist Fussball-Alchemie in Reinform. Nach 24 Spieltagen steht Girona mit 30 Punkten da, obwohl die ehrliche Expected-Points-Bilanz nur 22 Zähler hergeben würde. Ein Plus von 8 Punkten!
Diese Saison läuft für Girona wie ein perfekt getimter Konter: Wenig investieren, maximal profitieren. In der ehrlichen xP-Tabelle würden sie auf Platz 18 stehen – in der Realität sind es Platz 11. Da kann man als Girona-Fan nur hoffen, dass das Glück bis zum Saisonende anhält.
xG-Opfer: Barças bittersüsser Albtraum
Auf der anderen Seite der Medaille steht der FC Barcelona als Pechvogel des Spieltags. Null Punkte geholt, 2,5 Expected Points verdient – ein Delta von -2,5, das schmerzt. Besonders bitter: Barcelona führt zwar weiterhin sowohl die offizielle als auch die ehrliche Tabelle an, aber das Glück scheint sich langsam zu verabschieden.
Mit 61 realen Punkten gegen 54,5 Expected Points sind sie immer noch der grösste Glückspilz der Saison (+6,5), doch solche Abende wie in Girona zeigen, dass sich das Blatt wenden kann. Wenn die Effizienz vor dem Tor nicht stimmt, helfen auch die besten Expected Goals nichts.
Ehrliche Tabellenlage: Die grosse Illusion von Villarreal
Ein Blick auf die ehrliche xP-Tabelle offenbart das wahre Gesicht dieser La Liga-Saison: Der Villarreal CF thront auf einem Kartenhaus. Mit 51 Punkten stehen sie auf Platz 3, doch ihre Expected Points (27,5) würden sie auf Platz 13 katapultieren. Ein Plus von 23,5 Punkten – das ist nicht mehr Glück, das ist ein statistisches Wunder.
Auf der anderen Seite leidet der Athletic Club unter chronischem Pech: Nur 34 Punkte, aber 45 Expected Points würden Platz 4 bedeuten. Elf Punkte verschenkt! In der ehrlichen Tabelle wären sie Champions League-Kandidat, in der Realität kämpfen sie um internationale Plätze.
Auch Real Betis (+11) und Real Madrid (+7,5) profitieren kräftig vom Fortuna-Bonus, während Rayo Vallecano (-4,5) und die Valencia CF (-3,5) deutlich unter ihren Möglichkeiten stehen.
Ausblick: Das Glück ist ein Vogerl
Mit 14 noch zu spielenden Spieltagen bleibt genug Zeit für Korrekturen. Die Frage ist nur: Hält Villarreals Märchen bis zum Ende? Können Barcelona und Real Madrid ihre Glückssträhne fortsetzen? Und wann schlägt das Pendel für Teams wie Athletic Bilbao oder Rayo Vallecano endlich in die richtige Richtung?
Eines ist sicher: In La Liga ist die einzige Konstante die Unberechenbarkeit. Und genau deshalb lieben wir diesen verrückten Sport, auch wenn die Expected Goals manchmal zum Himmel schreien.