25. Spieltag: Wenn Glück und Pech Hand in Hand gehen

Die Fußballgötter haben am 25. Spieltag der La Liga ihre ganz eigene Vorstellung von Gerechtigkeit demonstriert. Während sich Villarreal, Sevilla und Osasuna als wahre Glückskinder entpuppten, mussten Real Madrid und Co. schmerzlich erfahren, dass nicht immer der Bessere gewinnt. Ein Spieltag, der einmal mehr beweist: Expected Goals sind eine schöne Sache – aber Tore fallen nun mal auf dem Platz und nicht auf dem Statistikbogen.

Spiel der Woche: Celta dominiert im Balaídos-Schauspiel

Wenn man ein Lehrstück für "So soll Fußball gespielt werden" sucht, wird man beim 2:0-Sieg des RC Celta de Vigo gegen RCD Mallorca fündig. Mit 2,11 xG gegen mickrige 0,27 für die Gäste haben die Galicier im Abanca-Balaídos vorgeführt, wie man ein Spiel kontrolliert und verdient gewinnt. Eine xG-Differenz von 1,84 – das ist La Liga-Fußball, wie er im Buche steht.

Ganz anders das Spektakel zwischen der Real Sociedad und Real Oviedo: 3:3 trotz nur geringfügiger xG-Überlegenheit der Hausherren (1,83 zu 1,57). Im Estadio Municipal de Anoeta gingen die Emotionen hoch, die Defensive runter – ein Fest für Neutrale, ein Albtraum für Taktikfanatiker.

Glückspilz-Triumvirat: Drei Teams, ein Schicksal

Gleich drei Mannschaften dürfen sich heute als Glückskinder des Spieltags feiern lassen: Villarreal CF, der Sevilla FC und CA Osasuna – alle sammelten drei Punkte, obwohl ihre Expected Points eher auf magere einen Zähler hindeuteten.

Am dreistesten war dabei Villarreal im Estadio de la Cerámica. Gegen den Valencia CF reichten 1,45 xG für einen 2:1-Sieg, während die Gäste mit 1,16 xG leer ausgingen. Das Gelbe U-Boot schwimmt weiterhin auf der Glückswelle – mittlerweile haben sie sagenhafte 23,5 Punkte mehr auf dem Konto, als ihre Leistung hergeben würde. Ein Wert, der jeden xG-Puristen zum Weinen bringt.

xG-Opfer: Real Madrid lernt die harte La Liga-Realität kennen

Die Königlichen müssen sich nach dem 1:2 bei CA Osasuna fragen lassen, warum sie mit 1,7 xG gegen nur 1,28 der Hausherren als Verlierer vom Platz gingen. Im Estadio El Sadar bewies Osasuna, dass manchmal Effizienz wichtiger ist als Dominanz – ein bitterer Moment für Real Madrid, die bereits 7,5 Punkte über ihrem xP-Wert stehen, aber ausgerechnet jetzt mal wieder Pech hatten.

Ähnlich frustriert dürften die Verantwortlichen des Getafe CF gewesen sein. Trotz leichter xG-Überlegenheit (0,75 zu 0,68) gegen den Sevilla FC kassierte man im Coliseum Alfonso Pérez ein 0:1 – manchmal reicht eben ein Lucky Punch.

Ehrliche Tabellenlage: Die große Lebenslüge des Villarreal CF

Ein Blick auf die ehrliche xP-Tabelle offenbart das ganze Drama der aktuellen Saison: Während der FC Barcelona auch in der Expected-Points-Wertung souverän führt, würde Villarreal von Platz 3 auf Rang 13 abstürzen – ein Sturz, der seinesgleichen sucht in der modernen La Liga.

Der große Leidtragende der Saison bleibt der Athletic Club. Mit 45 Expected Points auf Platz 4 der ehrlichen Tabelle, aber nur 34 realen Punkten auf Rang 8 – die Basken sind das Paradebeispiel dafür, dass Fußball manchmal ungerecht sein kann. Elf Punkte Pech sind selbst für La Liga-Verhältnisse außergewöhnlich bitter.

Am anderen Ende profitiert Real Betis (11 Glückspunkte) vom Schicksal, während der Girona FC mit 8 Bonuspunkten deutlich höher steht, als es die Leistung rechtfertigen würde.

Ausblick: Das Glück ist ein Wendehals

Mit noch 13 Spieltagen vor der Brust wird es spannend zu beobachten, ob sich die xG-Gerechtigkeit durchsetzen kann. Villarrreal dürfte schwere Wochen bevorstehen – 23,5 Glückspunkte sind auf Dauer nicht zu verteidigen. Gleichzeitig könnte Athletic Club auf eine späte Aufholjagd hoffen, wenn das Pendel endlich in die andere Richtung schwingt.

Der nächste Spieltag wird zeigen, ob die Fußballgötter weiterhin ihre Launen ausleben oder ob sich langsam die Expected-Goals-Gerechtigkeit durchsetzt. Eines ist sicher: In dieser verrückten La Liga-Saison ist noch lange nichts entschieden – weder im Kampf um die Spitze noch im Abstiegskampf.