La Liga 3. Spieltag: Wenn das Glück Augen zudellt und die Wahrheit schmerzt

Die schöne Welt der Illusion vs. bittere xG-Realität

In der Primera División ist am 3. Spieltag erneut deutlich geworden, dass Fußball manchmal weniger Sport als vielmehr Lotterie ist. Während sich einige Teams als Glückspilze entpuppen, die mit minimaler Leistung maximale Punkte einfahren, stehen andere da wie der Pechvogel, der im Casino immer an den falschen Automaten gerät. Die Expected Goals und Expected Points zeigen wieder einmal gnadenlos auf, wo die Liga wirklich steht – und wo nur der pure Zufall regiert.

Das Spiel der Woche: Real Oviedo zaubert gegen die Real Sociedad

Das perfekte Beispiel für "Fußball ist unberechenbar" lieferte Real Oviedo gegen die Real Sociedad. Im Estadio Nuevo Carlos Tartiere siegten die Gastgeber mit 1:0 – obwohl die Basken mit 2.02 xG mehr als doppelt so gefährlich waren wie Oviedo (0.86 xG). Ein xG-Unterschied von 1.16 zugunsten der Gäste, die trotzdem leer ausgingen: Das ist La Liga in Reinform.

Die Real Sociedad dominierte das Spiel nach allen Regeln der Kunst, scheiterte aber an einem Torhüter in Ausnahmeform oder einfach an der Tücke des Objekts. Real Oviedo dagegen bewies, dass manchmal ein einziger Moment der Entschlossenheit reicht, um drei Punkte zu stehlen. Statistiker weinen, Romantiker jubeln.

Glückspilz des Spieltags: Sevilla FC räumt ab ohne zu überzeugen

Den Jackpot des 3. Spieltags knackte eindeutig der Sevilla FC. Die Andalusier gewannen auswärts bei Girona FC mit 2:0 und sahnen damit drei Punkte ab, obwohl sie laut xP nur 0.5 Punkte verdient hätten. Ein Delta von +2.5 Punkten – das ist Glück in seiner reinsten Form.

Girona dominierte mit 2.05 xG gegen magere 1.26 xG der Gäste, aber am Ende zählt bekanntlich nur das Resultat auf der Anzeigetafel. Der Sevilla FC bewies im Estadi Municipal de Montilivi, dass Effizienz manchmal wichtiger ist als Dominanz. Die Fans werden es verkraften – die xG-Nerds eher weniger.

xG-Opfer des Spieltags: Real Sociedad und Girona FC teilen sich das Pech

Gleich zwei Teams müssen sich den unrühmlichen Titel des größten Pechvogels teilen: Sowohl die Real Sociedad als auch Girona FC kassierten je 2.5 Expected Points weniger als sie eigentlich verdienten. Beide Teams bewiesen, dass man in La Liga offenbar alles richtig machen und trotzdem mit leeren Händen dastehen kann.

Die Real Sociedad hätte laut xG eigentlich 2.5 Punkte verdient, ging aber mit null nach Hause. Girona erging es nicht besser – trotz überlegener Leistung gegen Sevilla blieb das Team aus Katalonien ohne Zähler. Manchmal ist Fußball einfach grausam ungerecht.

Die ehrliche Tabellenlage: Villarreal lebt in einer Parallelwelt

Der Blick auf die xP-Tabelle offenbart einige pikante Wahrheiten. An der Spitze bleiben zwar sowohl der FC Barcelona (61 Punkte, 54.5 xP) als auch Real Madrid (60 Punkte, 52.5 xP) führend, aber beide Teams leben auf zu großem Fuß – Barcelona um 6.5, Real Madrid sogar um 7.5 Punkte.

Der absolute Realitätsverweigerer ist jedoch Villarreal CF: Das Gelbe U-Boot segelt auf Platz 3 der offiziellen Tabelle mit 51 Punkten, hätte aber laut xP nur 27.5 Punkte verdient. Eine Differenz von sagenhaften 23.5 Punkten! Diese Diskrepanz ist so groß, dass man sich fragt, ob Villarreal einen Pakt mit dem Fußballgott geschlossen hat.

Am anderen Ende leidet der Athletic Club unter chronischem Pech: 45 Expected Points stehen nur 34 echten Punkten gegenüber – eine Differenz von -11 Punkten. In der ehrlichen Tabelle würden die Basken auf Platz 4 stehen statt auf dem frustrierenden 8. Rang.

Ausblick: Die Regression kommt bestimmt

Die Mathematik ist gnadenlos: Über die Saison hinweg gleichen sich solche Extreme meist aus. Villarreal wird früher oder später für ihre Glückssträhne bezahlen müssen, während Teams wie Athletic Club oder die Real Sociedad auf positivere Zeiten hoffen können.

Der nächste Spieltag wird zeigen, ob sich die xG-Trends fortsetzen oder ob das Pendel wieder in die andere Richtung ausschlägt. In La Liga ist jedenfalls alles möglich – und genau das macht diese Liga so faszinierend unberechenbar.

Am Ende gewinnt immer die Statistik. Die Frage ist nur: wann?