Als wäre Fortuna beim Elfmeterschiessen blind – Spieltag 12 der Premier League
Ein Spieltag wie aus dem Bilderbuch der Fussball-Ironie: Während die einen trotz dominanter Leistungen mit leeren Händen dastehen, räumen andere mit der Effizienz eines Staubsaugers Punkte ab. Der 12. Spieltag der Premier League war ein Fest für alle Statistik-Liebhaber und gleichzeitig ein Alptraum für jeden, der an Gerechtigkeit im Fussball glaubt. Drei Teams konnten sich über jeweils 2,5 unverdiente Punkte freuen – ein Luxus, den sich normalerweise nur die allerglücklichsten Mannschaften leisten können.
Spiel der Woche: Bournemouth vs. West Ham – Wenn Chancenverwertung zum Fremdwort wird
Das Vitality Stadium wurde zum Schauplatz des wohl frustrierendsten 2:2 der Saison – zumindest aus Sicht des AFC Bournemouth. Mit einem xG-Wert von 3,18 gegenüber mickrigen 0,57 hätten die Hausherren eigentlich einen klaren Sieg einfahren müssen. Stattdessen reichte es nur zu einem Unentschieden gegen West Ham United, deren Torhüter offenbar einen Exklusivvertrag mit dem Glücksgott abgeschlossen haben muss.
Die Diskrepanz von 2,61 xG zugunsten Bournemouths ist der Beweis dafür, dass Fussball manchmal wie ein schlechter Witz ist: Du hast den Witz verstanden, aber trotzdem lacht niemand. Der AFC Bournemouth dürfte sich fragen, was sie noch alles anstellen müssen, um ihre Chancen zu verwerten – vielleicht hilft ja ein Besuch beim Wahrsager oder ein neues Glücksamulett.
Glückspilz des Spieltags: Dreifach-Jackpot im Glücksrausch
Gleich drei Teams dürfen sich als gemeinsame Gewinner der Glücksspirale feiern lassen: Der Everton FC, Newcastle United und Nottingham Forest kassierten jeweils 3 Punkte, obwohl ihre Expected Points bei mageren 0,5 lagen. Das ist, als würde man mit einem Lottoschein drei verschiedene Hauptgewinne abräumen.
Der Everton FC zeigte dabei die wohl dreisteste Leistung: Mit einem xG von nur 0,49 gewannen sie bei Manchester United mit 1:0 – und das trotz eines Chancen-Verhältnisses von 2,65:0,49 zugunsten der Hausherren. Das ist Effizienz auf einem Level, das selbst deutsche Ingenieure neidisch machen würde.
xG-Opfer: Die Pechvogel-Trilogie von Manchester
Manchester scheint verflucht zu sein – allerdings in verschiedenen Farben. Gleich drei Teams kassierten jeweils 2,5 unverdiente Minuspunkte: Manchester United, Manchester City und der Liverpool FC. Alle drei dominierten ihre Spiele statistisch, gingen aber trotzdem als Verlierer vom Platz.
Besonders bitter für Manchester United: Im Old Trafford einen xG-Wert von 2,65 gegen Evertons 0,49 zu produzieren und trotzdem 0:1 zu verlieren, ist wie beim Monopoly Millionär zu werden und trotzdem bankrott zu gehen. Der Liverpool FC erlebte in Anfield eine ähnliche Tragödie – 2,28 xG gegen Nottingham Forests 1,73, aber am Ende stand ein 0:3 auf der Anzeigetafel. Manchmal ist Fussball einfach nur grausam.
Ehrliche Tabellenlage: Aston Villa – die Meister der Punktemaximierung
In der offiziellen Tabelle thront der Arsenal FC an der Spitze mit 61 Punkten, gefolgt von Manchester City (56). Doch die ehrliche Tabelle erzählt eine andere Geschichte: Der Arsenal FC führt auch hier mit 57,5 xP, aber Manchester City liegt mit nur 47,5 xP deutlich dahinter – ein Unterschied von satten 8,5 Punkten zwischen Realität und Leistung.
Die wahren Künstler der Punktemaximierung sind jedoch Aston Villa: Mit 51 echten Punkten, aber nur 34,5 xP haben sie ein Plus von unglaublichen 16,5 Punkten angehäuft. Das ist keine Effizienz mehr, das ist schon Magie. Am anderen Ende der Tabelle leidet Wolverhampton Wanderers unter dem umgekehrten Phänomen: 10 Punkte in der Realität, aber 28 xP – ein Minus von 18 Punkten. Die Wolves sind der lebende Beweis dafür, dass gute Leistung nicht automatisch belohnt wird.
Ausblick: Das Glückskarussell dreht sich weiter
Nach einem solchen Spieltag stellt sich die Frage: Wer wird beim nächsten Mal das Glückslos ziehen? Die mathematischen Gesetze der Wahrscheinlichkeit legen nahe, dass sich das Pendel wieder einpendelt. Manchester United, Manchester City und der Liverpool FC dürften auf bessere Zeiten hoffen, während Everton, Newcastle und Nottingham Forest sich warm anziehen sollten – das Glück ist ein unbeständiger Geselle.
Besonders spannend wird es für Aston Villa: Können sie ihre Märchen-Saison fortsetzen oder holt sie die Realität ein? Und Wolverhampton Wanderers stehen vor der Frage aller Fragen: Wann wird ihre dominante Leistung endlich in Punkte umgemünzt? Der Fussball bleibt unberechenbar – und das ist auch gut so.