Der 21. Spieltag: Wenn selbst City die Tore nicht fallen

Der Triumph des Unmöglichen über das Logische

Manchmal spielt der Fussball nach seinen eigenen Gesetzen – und diese haben wenig mit Expected Goals zu tun. Am 21. Spieltag der Premier League triumphierte das Unmögliche über das Logische, das Glück über die Statistik. Während Manchester City am Etihad Stadium gegen Brighton nur 1:1 spielte, obwohl sie dreimal so viele Großchancen hatten, gewann der AFC Bournemouth am Vitality Stadium gegen Tottenham 3:2, obwohl die Spurs die besseren Torchancen erspielen konnten. Willkommen in der wunderbaren Welt der Premier League, wo xG-Werte manchmal nur bedrucktes Papier sind.

Spiel der Woche: Burnley macht United das Leben schwer

Das Spiel des Spieltags fand am Turf Moor statt, wo der Burnley FC Manchester United ein 2:2 abrang – ein Ergebnis, das auf den ersten Blick fair erscheint, bei genauerer Betrachtung aber eine Geschichte von verpassten Chancen erzählt. Mit einem xG-Wert von 2,97 zu 0,73 hätten die Red Devils dieses Spiel eigentlich deutlich für sich entscheiden müssen. Stattdessen ließen sie sich von einem Burnley überraschen, der mit minimalen Chancen maximalen Schaden anrichtete.

Für United war es ein weiterer Beweis dafür, dass sie ihre Dominanz nicht in Tore ummünzen können – ein Problem, das sie schon die ganze Saison verfolgt. Für den Burnley FC hingegen war es ein Geschenk des Fußball-Gottes, der manchmal auch die Underdog-Story liebt.

Glückspilz des Spieltags: Bournemouth räubt die Spurs aus

Der AFC Bournemouth darf sich als größter Glückspilz des Spieltags feiern lassen. Mit einer Expected Points-Ausbeute von gerade mal 0,5 Punkten ergatterten sie gegen Tottenham Hotspur drei volle Punkte – ein Delta von satten 2,5 Punkten zugunsten der Cherries.

Am Vitality Stadium zeigten die Spurs mit 1,66 xG gegenüber 1,15 xG die bessere Leistung, verloren aber trotzdem mit 2:3. Für den AFC Bournemouth war es ein perfektes Beispiel dafür, wie man aus wenigen Chancen das Maximum herausholt. Die Statistiker werden den Kopf schütteln, die Fans von der Südküste werden es nicht interessieren – drei Punkte sind drei Punkte, egal wie sie zustande kommen.

xG-Opfer: Tottenham und die ewige Pechsträhne

Wenn es einen Verein gibt, der sich bei den Expected Goals beschweren könnte, dann sind es die Tottenham Hotspur. Mit 0 Punkten aus einem Spiel, in dem sie 2,5 Expected Points hätten holen sollen, waren sie das größte Pech-Opfer des Spieltags. Ein Delta von -2,5 Punkten tut weh – besonders wenn man bedenkt, dass die Spurs in der ehrlichen Tabelle ohnehin schon drei Plätze besser stehen würden.

Die Nordlondoner zeigten in Bournemouth eine ordentliche Leistung, wurden aber von der Effizienz der Gastgeber kalt erwischt. Es ist ein Muster, das sich durch ihre gesamte Saison zieht: gute Ansätze, die nicht belohnt werden. In der xP-Tabelle stehen sie auf Platz 12 mit 32,5 Expected Points, haben aber real nur 29 Punkte gesammelt.

Ehrliche Tabellenlage: Villa lebt vom Glück, Wolves vom Pech

Die ehrliche Tabelle nach 21 Spieltagen offenbart einige bemerkenswerte Diskrepanzen. Während der Arsenal FC sowohl in der offiziellen als auch in der xP-Tabelle die Spitze anführt, zeigt sich dahinter ein anderes Bild: Aston Villa steht offiziell auf dem dritten Platz, gehört aber nach Expected Points nur auf Rang acht. Mit einem Glücks-Delta von 16,5 Punkten sind sie der größte Profiteur der Saison.

Am anderen Ende der Skala leiden die Wolverhampton Wanderers unter einem beispiellosen Pech: Mit 28 Expected Points stehen sie in der ehrlichen Tabelle auf Platz 17, real aber auf dem letzten Platz mit nur 10 Punkten – ein Delta von -18 Punkten, das schon fast dramatisch ist.

Manchester City würde in einer gerechten Welt nur auf Platz zwei stehen statt ihre aktuelle Position zu behaupten, während Newcastle United und Nottingham Forest deutlich besser dastehen müssten, als ihre realen Platzierungen vermuten lassen.

Ausblick: Die Tabelle sucht ihr Gleichgewicht

Mit noch 17 Spieltagen vor der Brust wird sich zeigen, ob die großen Diskrepanzen zwischen realer und ehrlicher Tabelle bestehen bleiben oder sich allmählich angleichen. Aston Villa wird lernen müssen, dass Glück ein temporäres Gut ist, während die Wolverhampton Wanderers darauf hoffen dürfen, dass sich ihre starken Leistungswerte irgendwann auch in Punkten niederschlagen.

Für die Spitze wird es spannend: Arsenal FC führt beide Tabellen an, aber der Vorsprung in der ehrlichen Tabelle ist komfortabler. Manchester City hingegen profitiert aktuell noch von einem ordentlichen Glücks-Polster – die Frage ist nur, wie lange das anhält. Der nächste Spieltag wird wieder neue Geschichten schreiben, neue Glückspilze und Pechvögel hervorbringen. In einer Liga, in der Expected Goals manchmal nur Theorie sind, ist das einzig Erwartbare das Unerwartete.