Der 22. Spieltag: Wenn das Glück mit den Tüchtigen ist – oder auch nicht
Die Woche der verkehrten Welt
Was für ein verrückter 22. Spieltag in der Premier League! Während die einen ihr Glück kaum fassen können, schauen andere ratlos auf die Anzeigetafel und fragen sich, was sie dem Fussball-Gott angetan haben. Liverpool FC dominiert Burnley FC mit 3.7 zu 0.73 Expected Goals, muss sich aber mit einem 1:1 begnügen. Chelsea FC hingegen schlägt Brentford FC 2:0, obwohl die Expected Goals 0.81 zu 1.66 für die Gäste sprachen. Willkommen in der Premier League, wo Logik manchmal Pause macht.
Spiel der Woche: Liverpool vs. Burnley – Die Kunst der vergebenen Chancen
Das Anfield war Schauplatz des wohl frustrierendsten Spiels des Spieltags. Der Liverpool FC kreierte Chancen für fast vier Expected Goals (3.7), während der Burnley FC gerade mal 0.73 xG zusammenkratzte. Das Delta von 2.97 xG zugunsten der Reds ist der höchste Wert des gesamten Spieltags. Trotzdem stand am Ende nur ein 1:1 auf der Anzeige. Es ist, als würde man mit einem Ferrari im Stau stehen – viel Power, wenig Fortschritt. Für Liverpool FC bedeutet das zwei verlorene Punkte in der ehrlichen Tabelle, während Burnley FC sich wie ein Lotterie-Gewinner fühlen darf.
Glückspilz des Spieltags: Der dreifache Jackpot
Gleich drei Teams teilen sich den Titel des glücklichsten Teams: Everton FC, Chelsea FC und West Ham United kassierten jeweils drei Punkte, obwohl ihre Expected Points nur bei mageren 0.5 lagen. Ein Delta von +2.5 – das ist wie mit einem Blatt 7-2 beim Poker zu gewinnen.
Besonders pikant: Everton FC gewinnt bei Aston Villa mit 1:0, obwohl die xG-Werte 1.88 zu 1.01 für die Gastgeber sprechen. Chelsea FC schlägt Brentford FC trotz einer xG-Unterzahl von 0.81 zu 1.66. Und West Ham United? Die gewinnen bei Tottenham Hotspur 2:1, obwohl die Spurs mit 2.32 zu 1.62 xG klar überlegen waren. Manchmal ist Fussball eben doch kein Mathematik-Unterricht.
xG-Opfer: Das Trio des Pechs
Auf der anderen Seite stehen drei Teams mit zusammengebissenen Zähnen: Tottenham Hotspur, Brentford FC und Aston Villa gingen alle leer aus, obwohl ihre Expected Points bei 2.5 lagen. Ein kollektives Delta von -2.5 – das tut weh.
Besonders bitter für die Tottenham Hotspur: Im eigenen Stadion kreieren sie 2.32 xG gegen West Hams 1.62, verlieren aber trotzdem 1:2. Brentford FC dominiert bei Chelsea FC mit 1.66 zu 0.81 xG, fährt aber mit leeren Händen nach Hause. Und Aston Villa? Überrollt Everton FC praktisch (1.88 zu 1.01 xG), steht am Ende aber als Verlierer da. Das Fussball-Karma kann manchmal grausam sein.
Ehrliche Tabellenlage: Wer lebt über seine Verhältnisse?
In der offiziellen Tabelle führt Arsenal FC mit 61 Punkten vor Manchester City (56) und Aston Villa (51). Die ehrliche xP-Tabelle zeichnet ein anderes Bild: Arsenal FC bleibt zwar Spitzenreiter, aber mit nur 57.5 xP. Manchester City folgt mit 47.5 xP – ein beachtliches Delta von +8.5 Punkten zu den Expected Points.
Der spektakulärste Fall ist aber Aston Villa: 51 reale Punkte bei nur 34.5 xP bedeuten ein Delta von +16.5 – die Villa lebt derzeit weit über ihre statistischen Verhältnisse. Auf der anderen Seite finden wir die Wolverhampton Wanderers als das grösste xG-Opfer der Saison: Nur 10 Punkte bei 28 Expected Points. Ein Delta von -18 Punkten ist schon fast tragisch.
Newcastle United steht aktuell auf Platz 11, würde aber nach xP auf Rang 5 stehen. Nottingham Forest kämpft gegen den Abstieg (Platz 17), hätte aber nach Expected Points 34.5 Punkte – genug für das gesicherte Mittelfeld.
Ausblick: Das Karma schlägt zurück
Die Statistik ist geduldig, aber unerbittlich. Teams wie Aston Villa, Sunderland AFC (+11.5) oder Brentford FC (+10) leben gefährlich über ihre Verhältnisse. Irgendwann holt das Karma jeden ein. Umgekehrt dürfen Wolverhampton Wanderers, Nottingham Forest oder Newcastle United hoffen, dass sich ihre starken Expected-Werte bald in echte Punkte umwandeln.
Der 23. Spieltag wird zeigen, ob das Pendel zurückschwingt oder ob wir weiter in dieser verkehrten Fussball-Welt leben, in der manchmal der Schlechtere gewinnt und der Bessere leer ausgeht. Eins ist sicher: Langweilig wird es nicht.