Premier League Spieltagsbericht: Wenn Pech einen Namen hat, dann ist es Wolverhampton

Das Glück hat viele Gesichter – aber auch grausame Launen

Am 24. Spieltag der Premier League wurde wieder einmal deutlich, warum Fussball das schönste Spiel der Welt ist: Weil es so herrlich unberechenbar sein kann. Während die einen mit minimalem Aufwand maximale Erträge einfahren, arbeiten andere hart für ihre Niederlagen. Willkommen in einer Liga, in der Expected Goals nur ein Vorschlag sind – und manche Teams diesen Vorschlag konsequent ignorieren.

Spiel der Woche: Aston Villa vs. Brentford FC – Ein xG-Drama der Extraklasse

Das absolute Highlight des Spieltags fand im Villa Park statt, wo die Aston Villa mit 3,41 Expected Goals geradezu eine xG-Orgie veranstaltete – nur um am Ende mit 0:1 zu verlieren. Der Brentford FC hingegen begnügte sich mit bescheidenen 0,86 xG und nahm trotzdem alle drei Punkte mit nach Hause. Eine xG-Differenz von 2,55 zugunsten der Gastgeber, die trotzdem leer ausgingen? Das ist Premier League-Fussball in seiner reinsten, grausamsten Form.

Die Villa-Fans können sich ausmalen, in welcher Parallelwelt sie gerade Champions League spielen würden, wenn Chancenverwertung eine exakte Wissenschaft wäre. Stattdessen müssen sie zusehen, wie der Brentford FC fröhlich weiter oben steht und sich dabei vermutlich fragt, warum alle anderen Teams das Toreschießen so kompliziert machen.

Glückspilz des Spieltags: Brentford FC – Die Kunst des effizienten Siegens

Sprechen wir über Effizienz: Der Brentford FC und der AFC Bournemouth teilen sich den Titel als glücklichste Teams des Spieltags, beide mit einem Delta von +2,5 Punkten gegenüber ihren Expected Points. Während der AFC Bournemouth im Molineux Stadium die Wolverhampton Wanderers mit 2:0 besiegte (trotz 1,94 xG für die Gastgeber gegenüber nur 1,12 für sich selbst), war der Brentford FC noch dreister: Sie verwandelten ihre 0,86 xG in drei Punkte.

Der Brentford FC steht damit in der offiziellen Tabelle auf Platz 7 mit satten 40 Punkten – in der ehrlichen xP-Tabelle würden sie mit nur 30 Expected Points auf Platz 15 stehen. Ein Unterschied von zehn Punkten! Das ist keine Saisonlaune mehr, das ist systematisches Glück haben.

xG-Opfer: Wolverhampton Wanderers – Die tragischen Helden von Molineux

Wenn es einen Preis für das unglücklichste Team der Liga gäbe, die Wolverhampton Wanderers würden ihn mit links gewinnen. Mit -18 Punkten Differenz zwischen realen Punkten (10) und Expected Points (28) sind sie die absoluten Pechvögel der Premier League. Am aktuellen Spieltag setzten sie diese traurige Tradition fort: 1,94 xG gegen nur 1,12 für den AFC Bournemouth, trotzdem eine 0:2-Niederlage.

Die Wolves stehen auf dem letzten Tabellenplatz und sammeln Niederlagen wie andere Teams Punkte. Dabei würden sie in der xP-Tabelle immerhin auf Platz 17 stehen – was zwar immer noch Abstiegskampf bedeutet, aber wenigstens nicht diese komplette Hoffnungslosigkeit ausstrahlt. Im Molineux Stadium erleben die Fans jede Woche aufs Neue, wie man auch mit der besseren Leistung verlieren kann.

Ehrliche Tabellenlage: Die große xG-Umverteilung

Die offizielle Tabelle lügt – und zwar gewaltig. Während der Arsenal FC sowohl real als auch in der xP-Tabelle die Spitze anführt, sieht der Rest völlig anders aus. Manchester City steht real auf Platz 2, würde aber nach Expected Points nur Zweiter bleiben – allerdings mit 8,5 Punkten zu viel auf dem Konto.

Der große Gewinner der xG-Lotterie ist die Aston Villa: Real auf Platz 3 mit 51 Punkten, würden sie nach Expected Points mit nur 34,5 Punkten auf Platz 8 stehen. 16,5 Punkte Unterschied! Das ist schon fast frech.

Auf der anderen Seite steht Newcastle United als großer Pechvogel da: Real auf Platz 11, aber in der xP-Tabelle würden sie mit 41,5 Expected Points auf Platz 5 stehen. Die Toon Army hat also allen Grund, sich über das Schicksal zu beschweren.

Ausblick: Das Glück ist ein Turnschuh

Nach 24 von 38 Spieltagen kristallisiert sich langsam heraus, welche Teams systematisch über oder unter ihren Verhältnissen leben. Der Brentford FC und die Aston Villa sollten langsam anfangen zu sparen – irgendwann schlägt das xG-Karma zurück. Die Wolverhampton Wanderers hingegen dürfen hoffen, dass sich ihre Chancenverwertung irgendwann normalisiert.

Besonders spannend wird es für Manchester City: 8,5 Punkte Vorsprung auf ihre Expected Points sind viel, aber nicht so viel wie bei anderen Glückspilzen. Wenn die Form stimmt, könnten sie ihren zweiten Platz halten. Die Aston Villa hingegen sitzt auf einem Punktepolster, das in der xG-Welt nicht existiert – ein gefährliches Spiel mit dem Feuer.

Der nächste Spieltag wird zeigen, ob die xG-Götter weiter so launisch bleiben oder ob sich langsam alles normalisiert. Eins ist sicher: In der Premier League ist die einzige Konstante die Unberechenbarkeit.