Spieltag 8: Der Premier League Lottery Jackpot
Das war mal wieder ein Premier League-Wochenende zum Haareraufen – zumindest wenn man auf Expected Goals schaut. Während der Fussballgott mit dem Würfel spielte, kassierten drei Teams jeweils 2,5 xP und gingen trotzdem leer aus. Willkommen in der verrücktesten Liga der Welt.
Spiel der Woche: Burnley FC schlägt den Fussball mit Mathematik
Am Turf Moor ereignete sich am 8. Spieltag ein statistisches Wunder, das selbst hartgesottene xG-Experten sprachlos macht. Der Burnley FC besiegte Leeds United mit 2:0 – und das bei einem Expected Goals-Verhältnis von 0.63 zu 2.23. Mit einem xG-Differenzial von satten 1.6 zugunsten der Gäste war dies das verrückteste Resultat des Wochendes.
Leeds United hätte nach der Leistung eigentlich die drei Punkte verdient gehabt, stattdessen stehen sie mit 31 Punkten auf Platz 15 – exakt dort, wo sie auch in der ehrlichen Tabelle stehen würden. Manchmal ist Fussball eben doch fair. Der Burnley FC hingegen sammelt weiterhin verzweifelt Punkte im Abstiegskampf, auch wenn die Art und Weise eher an Lotto-Glück erinnert denn an nachhaltigen Fussball.
Glückspilz des Spieltags: Das Triple der Fortunen
Gleich drei Teams teilen sich den Titel "Glückspilz des Spieltags": Manchester United, der Burnley FC und Sunderland AFC kassiereten alle drei Punkte, obwohl sie laut Expected Points nur 0.5 Zähler verdient hätten. Das Delta von jeweils 2.5 Punkten ist beachtlich.
Manchester United drehte an der Anfield Road das Spiel gegen den Liverpool FC trotz deutlich schlechterer xG-Werte (1.25 zu 2.14) und siegte 2:1. Die Red Devils haben damit bereits 5 Punkte mehr auf dem Konto, als ihre Leistung eigentlich hergeben würde – aber hey, Siege zählen bekanntlich mehr als schöne Statistiken.
Sunderland AFC profitierte ebenfalls vom Fussball-Lotto und schlug die Wolverhampton Wanderers 2:0, obwohl die Wolves mit 1.79 zu 1.05 xG die besseren Chancen hatten. Mit 11.5 Punkten über ihrer Expected Points-Leistung sind die Black Cats die heimlichen Lottery-Könige der Saison.
xG-Opfer: Wenn Pech zum Dauerzustand wird
Gleich drei Teams müssen sich den Titel "Pechvogel des Spieltags" teilen: Die Wolverhampton Wanderers, Leeds United und der Liverpool FC gingen alle trotz 2.5 Expected Points leer aus.
Die Wolves sind dabei das tragischste Beispiel für die Ungerechtigkeit des Fussballs: Mit nur 10 Punkten stehen sie auf dem letzten Tabellenplatz, obwohl sie mit 28 Expected Points eigentlich auf Platz 17 gehören würden. Ein Delta von -18 Punkten ist schon fast grotesk – die Wolves sind das xG-Opfer schlechthin in dieser Saison.
Der Liverpool FC erwischte einen gebrauchten Tag an der Anfield Road und verlor trotz klar besserer Chancenauswertung gegen Manchester United. Mit nur 2 Punkten Differenz zwischen realer und ehrlicher Tabelle gehören die Reds aber zu den fairsten Teams der Liga.
Ehrliche Tabellenlage: Villa lebt im Märchenland
Während der Arsenal FC sowohl in der offiziellen als auch in der xP-Tabelle die Spitze anführt, offenbart der zweite Blick einige pikante Details. Aston Villa steht derzeit auf Platz 3 mit 51 Punkten – würde aber in der ehrlichen Tabelle nur auf Platz 8 mit 34.5 Expected Points stehen. Ein Plus von 16.5 Punkten ist selbst für Premier League-Verhältnisse beachtlich.
Umgekehrt leiden besonders die Wolverhampton Wanderers (-18 Punkte) und Nottingham Forest (-7.5 Punkte) unter der xG-Ungerechtigkeit. Forest steht aktuell auf dem 17. Platz, gehört aber laut Expected Points auf Rang 9 – ein dramatischer Unterschied im Kampf um den Klassenerhalt.
Der Brentford FC hat sich als echtes Lucky Team etabliert (+10 Punkte Differenz) und steht auf Platz 7, während sie ehrlich gesehen eher auf Platz 15 gehören würden. Aber wie sagt man so schön: Auch glückliche Punkte zählen.
Ausblick: Die Regression wartet schon
Am 9. Spieltag wird spannend zu beobachten sein, ob sich die xG-Ungerechtigkeit fortsetzt oder ob das statistische Pendel zurückschlägt. Besonders die Wolverhampton Wanderers sind überfällig für positive Resultate – bei 28 Expected Points und nur 10 echten Zählern kann es eigentlich nur besser werden.
Aston Villa hingegen sollte langsam nervös werden: 16.5 Punkte über der erwarteten Leistung zu stehen ist auf Dauer nicht haltbar. Irgendwann holt die Statistik jeden ein – auch in der verrückten Premier League.