Serie A, 11. Spieltag: Wenn Fortuna ihre Würfel rollt
Der Spieltag des Unmöglichen
Was für ein verrückter 11. Spieltag in der Serie A! Während sich die einen über unverdiente Siege freuen durften, schauten andere mit offenem Mund auf die Anzeigetafel und fragten sich, wie aus 2,39 Expected Goals ein 0:0 werden kann. Willkommen im Wunderland des Fussballs, wo Mathematik auf Realität trifft – und manchmal grandios scheitert.
Das Turin-Derby des verpassten Glücks
Wenn es einen Preis für das frustrierendste Spiel des Spieltags gäbe, das Turin-Derby zwischen der Juventus FC und dem Torino FC würde ihn haushoch gewinnen. Die Alte Dame kreierte Expected Goals im Wert von 2,39 – genug für zwei bis drei Treffer –, während die Granata nur auf magere 0,90 xG kamen. Das Ergebnis? Ein spektakuläres 0:0, das zeigt, warum Fussball kein Mathematik-Unterricht ist. Die xG-Differenz von 1,49 zu Gunsten der Juve ist ein Schlag ins Gesicht aller Wahrscheinlichkeitsrechner. Manchmal steht eben der Fussballgott im Tor – oder die Stürmer haben ihre Schuhe vertauscht.
Der goldene Würfel von Sassuolo
Der absolute Glückspilz des 11. Spieltags war der US Sassuolo, der in Bergamo ein kleines Wunder vollbracht hat. Mit nur 0,93 Expected Goals gegen die 1,48 der Atalanta gewannen die Neroverdi mit 3:0. Das Delta von 2,5 Punkten zwischen verdienten und erhaltenen Zählern ist astronomisch. Der US Sassuolo bewies im Stadio Atleti Azzurri d'Italia, dass manchmal drei Torschüsse effektiver sind als zehn Chancen der Gegner. Die Götter des Fussballs müssen Sassuolo-Fans sein – anders lässt sich dieses Resultat nicht erklären.
Atalanta: Wenn das xG-Konto überzogen ist
Auf der anderen Seite steht die Atalanta, die als grösstes xG-Opfer des Spieltags in die Annalen eingeht. Mit 1,48 Expected Goals gegen nur 0,93 für die Gäste hätte ein klarer Heimsieg auf dem Papier stehen müssen. Stattdessen gingen die Bergamaschi mit leeren Händen vom Platz – ein Delta von -2,5 Punkten, das schmerzt wie ein verschossener Elfmeter in der 90. Minute. Die Atalanta sammelt fleissig xG-Punkte, aber leider lassen sich davon keine Brötchen kaufen. In der ehrlichen Tabelle würden sie deutlich besser dastehen, in der Realität müssen sie sich mit dem 7. Platz begnügen.
Die ehrliche Wahrheit: Wer wirklich wo gehört
Ein Blick auf die ehrliche xP-Tabelle offenbart die wahren Machtverhältnisse in der Serie A. Der Inter Milan führt verdient beide Tabellen an, wenn auch mit einem Glücks-Polster von 5 Punkten. Die grossen Überraschungen: Die AC Milan stehen in der offiziellen Tabelle auf Platz 2, würden aber nach xP nur Rang 6 belegen – ein Glücks-Delta von satten 14,5 Punkten! Auch der SSC Napoli (10,5 Punkte zu viel) und die AS Roma (7 Punkte Bonus) leben über ihre Verhältnisse.
Die grossen Pechvögel der Saison sind weiterhin der AC Pisa (-11,5 Punkte) und der Hellas Verona FC (-10,5 Punkte), die in einer gerechten Welt deutlich weiter oben stehen würden. Auch die ACF Fiorentina (-9 Punkte) kann ein Lied davon singen, wie es sich anfühlt, wenn die Wahrscheinlichkeit gegen einen arbeitet.
Vorschau: Das Glücksrad dreht sich weiter
Nach diesem verrückten 11. Spieltag stellt sich die Frage: Wird das Pendel zurückschwingen? Die AC Milan und der SSC Napoli sollten langsam nervös werden – ihr Glücks-Guthaben schmilzt mit jedem Spieltag. Die Atalanta hingegen darf hoffen, dass ihre angesammelten xG-Punkte irgendwann in echte Treffer umgemünzt werden. Und der Inter Milan? Die Nerazzurri können entspannt bleiben – sie führen auch die ehrliche Tabelle an. Manchmal ist es eben besser, gut zu sein als Glück zu haben. Oder noch besser: beides zu kombinieren.