Serie A Spieltag 24: Wenn Glück wichtiger ist als Können
Der Fußball hat mal wieder seine eigenen Regeln geschrieben
Wer am 24. Spieltag der Serie A nur auf die Ergebnisse geschaut hat, könnte meinen, alles sei normal gelaufen. Wer aber einen Blick auf die Expected Goals wirft, erkennt schnell: Das war ein Spieltag des Glücks – und des Pechs. Während die einen Teams mit der Effizienz eines Schweizer Uhrwerks ihre wenigen Chancen verwerteten, bissen sich andere die Zähne an hartnäckigen Torhütern und Pfosten aus.
Das Spiel der Woche: Wenn der Fußball-Gott Juventus hasst
Im Spiel der Woche zwischen der Juventus FC und der SS Lazio im heimischen Turin sah man eindrucksvoll, wie grausam dieser Sport sein kann. Die Bianconeri dominierten das Geschehen nach allen Regeln der Kunst und erspielte sich satte 3.27 Expected Goals – ein Wert, der normalerweise für einen klaren Sieg reicht. Die SS Lazio kam gerade mal auf läppische 0.85 xG, also nicht mal ein Tor. Das Ergebnis? 2:2. Ein klassischer Fall von "Der Ball ist rund und das Spiel dauert 90 Minuten" – nur dass diesmal die Laziali nach Hause fuhren und sich fragten, wie zum Teufel sie einen Punkt mitgenommen haben.
Mit einer xG-Differenz von 2.42 zugunsten der Juventus FC war dies das statistisch ungerechteste Ergebnis des Spieltags. Manchmal ist Fußball eben kein Mathematik-Unterricht.
Glückspilz des Spieltags: Parma und die Kunst der perfekten Chancenverwertung
Der Parma Calcio 1913 hat am Stadio Renato Dall'Ara vorgeführt, was Effizienz bedeutet. Gegen den Bologna FC erwirtschaftete man lediglich 0.69 Expected Goals – normalerweise reicht das nicht mal für ein Tor. Trotzdem gewann der Parma Calcio mit 1:0 und sackte die vollen drei Punkte ein, obwohl die Expected Points nur bei mageren 0.5 lagen. Ein Delta von +2.5 Punkten – das ist nicht mehr Glück, das ist schon fast Zauberei.
Die Gäste aus Parma haben bewiesen, dass es manchmal wichtiger ist, zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu sein, als das Spiel zu dominieren. Der Bologna FC kann davon ein Lied singen.
Das xG-Opfer: Bologna und das Gesetz der großen Zahlen
Apropos der Bologna FC: Selten hat ein Team so unglücklich verloren wie die Rossoblù am eigenen Stadio Renato Dall'Ara. Mit 1.61 Expected Goals hätten sie eigentlich gewinnen müssen – stattdessen gingen sie mit null Punkten vom Platz, obwohl ihre Expected Points bei 2.5 lagen. Ein brutales Delta von -2.5 Punkten.
Der Bologna FC dominierte das Spiel, erarbeitete sich Chance um Chance und scheiterte trotzdem. Manchmal ist Fußball wie ein Spielautomat in Las Vegas – nur dass man hier 90 Minuten lang verliert, statt nur ein paar Sekunden.
Die ehrliche Tabellenlage: Wer lebt über seine Verhältnisse?
Ein Blick auf die beiden Tabellen offenbart interessante Wahrheiten: Der Inter Milan führt sowohl die offizielle als auch die xP-Tabelle an – verdient auf Platz eins, auch wenn die fünf Glückspunkte zeigen, dass selbst die Nerazzurri nicht ganz ohne Fortune auskommen.
Der AC Milan steht mit 54 Punkten auf Rang zwei, hätte aber nach Expected Points nur 39.5 Punkte und würde auf Platz sechs stehen. Ein Delta von +14.5 Punkten macht die Rossoneri zu den größten Glückspilzen der Liga. Die Juventus FC hingegen steht "nur" auf Platz fünf, obwohl die xP-Tabelle sie auf Rang zwei sieht – ein klassisches xG-Opfer.
Besonders bitter erwischt es die ACF Fiorentina: Tabellenrang 16 bei 24 Punkten, aber 33 Expected Points würden Platz zehn bedeuten. Die Viola sind mit -9 Punkten Differenz das größte Pechvogel-Team der Serie A.
Ausblick: Das Glück ist ein Vogerl
Nach einem solchen Spieltag stellt sich die Frage: Können Glückspilze wie der AC Milan und der SSC Napoli ihre Überpunkte durch den Rest der Saison retten? Oder holt das Gesetz der großen Zahlen sie ein? Und schaffen es xG-Opfer wie die ACF Fiorentina und der AC Pisa noch, ihre verdiente Punkteausbeute zu bekommen?
14 Spieltage sind noch zu absolvieren – genug Zeit für das Glück, sich neu zu verteilen. Denn am Ende einer Saison gleichen sich die xG-Werte meist aus. Die Frage ist nur: Wann?