Serie A Spieltag 3: Wenn Fußball-Götter Würfel spielen
Der italienische Wahnsinn geht weiter
Was für ein Spieltag! Die Serie A hat uns einmal mehr bewiesen, dass Fußball eine Wissenschaft ist – aber eine, die ihre eigenen Gesetze beugt wie ein Zauberer seine Löffel. Während die Expected Goals-Modelle verzweifelt ihre Algorithmen überprüfen, lachen sich drei Teams ins Fäustchen: der Torino FC, Juventus FC und der Cagliari Calcio haben mit jeweils 2,5 Punkten mehr kassiert, als ihre Leistung eigentlich hergegeben hätte. Auf der anderen Seite stehen AS Roma, Inter Milan und Parma Calcio da wie Schüler, die trotz perfekter Vorbereitung durch die Prüfung fallen.
Spiel der Woche: Roma weint im Stadio Olimpico
Manchmal ist Fußball grausam. Sehr grausam. Die AS Roma musste das am eigenen Leib erfahren, als sie gegen den Torino FC trotz 2,27 xG gegenüber läppischen 0,99 xG mit 0:1 verloren. Das ist, als würde man bei einem Kochduell das perfekte Menü zubereiten und dann zusehen, wie der Konkurrent mit Dosenravioli den Sieg einfährt. Über 90 Minuten dominierte Roma das Spiel im Stadio Olimpico, kreierte Chance um Chance – nur um am Ende mit leeren Händen dazustehen. Der Torino FC hingegen bewies einmal mehr, dass Effizienz manchmal wichtiger ist als Schönheit. Ein Lehrstück dafür, warum Fußballfans graue Haare bekommen.
Glückspilz des Spieltags: Turins Triumvirat
Gleich drei Teams teilen sich heute die Goldmedaille im Glück-haben: der Torino FC, Juventus FC und der Cagliari Calcio. Alle drei gewannen ihre Spiele, obwohl sie nach xG-Modell eigentlich nur einen halben Punkt verdient hätten. Der Torino FC war dabei besonders dreist: Gegen die Roma präsentierten sie sich als Meister der Gegenstöße und nahmen ihre einzige echte Chance eiskalt mit. Auch Juventus FC zeigte im Derby della Mole gegen Inter Milan (4:3), dass manchmal der Wille wichtiger ist als die Statistik – obwohl Inter mit 1,94 xG deutlich mehr Gefahr ausstrahlte als die Alte Dame mit ihren 1,25 xG. Der Cagliari Calcio schließlich ließ den Parma Calcio trotz deren 1,85 xG mit 2:0 abblitzen – da half auch die Sardegna Arena dem Heimteam.
xG-Opfer: Das Leiden der Spielbeherrschenden
Wer Mitleid sucht, wird heute reichlich fündig. AS Roma (0 Punkte bei 2,5 xP), Inter Milan (0 Punkte bei 2,5 xP) und Parma Calcio (0 Punkte bei 2,5 xP) bildeten das traurige Triumvirat der Pechvögel. Besonders bitter für Inter: Im Spitzenspiel gegen Juventus dominierten sie mit 1,94 xG gegen 1,25 xG, verloren aber trotzdem mit 3:4. Das ist, als würde man beim Poker mit einem Full House gegen einen Drilling verlieren – rein statistisch sollte das nicht passieren, aber der Fußball pfeift nun mal auf Wahrscheinlichkeiten.
Ehrliche Tabellenlage: Die Wahrheit tut weh
Ein Blick auf die ehrliche Tabelle enthüllt die brutale Realität der Serie A. Der AC Milan steht offiziell auf Platz 2, würde aber nach Expected Points nur auf Rang 6 stehen – ein sattes Plus von 14,5 Punkten zeigt, wie sehr Fortuna den Rossoneri hold ist. Ähnlich übertreibt es die SSC Napoli (Platz 4 statt 7) mit 10,5 Glückspunkten.
Am anderen Ende der Skala leiden wahre Künstler: Die ACF Fiorentina würde nach xP auf Platz 10 stehen, vegetiert aber auf Rang 16 dahin. Der AC Pisa ist mit 11,5 Pechpunkten der tragische Held der Liga – nach Expected Points gehörten sie ins Mittelfeld (Platz 15), stehen aber auf dem vorletzten Platz. Auch Hellas Verona FC sammelt fleißig Karma-Punkte: 10,5 Punkte unter ihrem erwarteten Wert.
Ausblick: Die Gesetze der Mathematik schlagen zurück
Die Serie A beweist einmal mehr, dass Glück ein endliches Gut ist. Teams wie AC Milan, SSC Napoli und US Sassuolo leben derzeit über ihre Verhältnisse – früher oder später wird die Expected Goals-Realität sie einholen wie ein Gerichtsvollzieher. Umgekehrt dürfen sich AC Pisa und Hellas Verona FC auf bessere Zeiten freuen – wer so konstant unter seinen Möglichkeiten punktet, bei dem muss irgendwann das Pendel zurückschlagen.
Der nächste Spieltag wird zeigen, ob die Fußball-Götter weiter Würfel spielen oder endlich mal die Statistik-Lehrbücher zur Hand nehmen. Bis dahin bleibt die Serie A das, was sie schon immer war: unberechenbar, emotional und manchmal völlig verrückt.