Sizilianische xG-Mafia macht Jagd auf Tabellenplätze: Wenn Bologna die Paten ausspielt

Der 36. Spieltag der Serie A verwandelte sich in eine Art sizilianische Vendetta gegen die Expected Goals – nur dass diesmal nicht Palermo, sondern ein Dreierbündnis aus dem Norden die Hauptrolle spielte. Gleich drei Teams machten aus bescheidenen xG-Werten royale Punkteausbeute und bewiesen dabei, dass in Italien manchmal andere Gesetze gelten als die der Mathematik.

Spiel der Woche: Milan vs. Atalanta – Wenn der xG-Favorit ins Leere läuft

Im Stadio Giuseppe Meazza ereignete sich das statistisch absurdeste Drama des Spieltags: Die AC Milan dominierte mit 2,26 xG gegen Atalanta (1,11 xG), verlor aber dennoch mit 2:3. Ein xG-Delta von 1,15 zugunsten der Rossoneri – und trotzdem ging Atalanta als Sieger vom Platz. Das ist, als würde man beim Pokern mit einem Royal Flush gegen einen Drilling verlieren. Atalanta bewies einmal mehr, dass sie die Kunst beherrschen, aus wenig viel zu machen. Während Milan statistisch das bessere Spiel machte, kassierten sie eine Lektion in Sachen Kaltschnäuzigkeit.

Glückspilz des Spieltags: Das Dreierbündnis der xG-Verächter

Gleich drei Teams teilten sich den Titel des Glückspilzes: Bologna FC, Atalanta und Udinese Calcio holten jeweils drei Punkte, obwohl sie laut Expected Points nur 0,5 verdient hätten. Ein Delta von +2,5 für jeden – das ist schon fast eine kleine Verschwörung gegen die Statistik. Bologna gewann im Stadio San Paolo gegen Napoli mit 3:2, obwohl sie mit 1,06 xG gegen 1,62 xG der Hausherren klar unterlegen waren. Manchmal reichen eben Effizienz und ein bisschen Fortune mehr als schöne Chancenwerte.

xG-Opfer: Das Triumvirat des Pechs

Am anderen Ende der Glücks-Skala standen gleich drei geplagter Vereine: Cagliari Calcio, AC Milan und SSC Napoli gingen alle leer aus, obwohl sie laut Expected Points jeweils 2,5 Zähler verdient hätten. Ein Delta von -2,5 pro Team – das tut weh. Besonders bitter für Cagliari: Sie produzierten in der Sardegna Arena satte 2,08 xG gegen Udinese (1,18 xG), verloren aber trotzdem 0:2. Wenn Pech eine Mannschaftssportart wäre, hätten diese drei Teams eine Weltmeisterschaft gewonnen.

Ehrliche Tabellenlage: Italien in zwei Welten

In der offiziellen Tabelle führt Inter Milan mit 85 Punkten souverän, gefolgt von SSC Napoli (70) und Juventus FC (68). Doch die ehrliche xP-Tabelle zeichnet ein anderes Bild: Inter führt zwar immer noch, aber mit „nur" 77,5 xP. Der wahre Schock: Napoli würde mit 56,5 xP nur auf Platz 6 stehen! Stattdessen gehörte Platz 2 eigentlich Juventus (67 xP) und Platz 3 Como 1907 (63 xP).

Die extremsten Fälle der Saison bleiben Hellas Verona FC und AC Pisa: Verona steht mit 20 Punkten auf Platz 19, hätte aber mit 38 xP Platz 12 verdient – ein Drama von -18 Punkten. Pisa liegt sogar bei -18,5 Punkten Differenz und wäre laut xP im gesicherten Mittelfeld statt auf dem letzten Platz.

Ausblick: Die letzten zwei Runden der Wahrheit

Mit nur noch zwei Spieltagen bis zum Saisonende wird es spannend, ob die Glückspilze ihre Fortune konservieren können oder ob die Expected Goals doch noch ihr Recht einfordern. Inter Milan ist praktisch Meister, aber dahinter könnte noch einiges passieren – besonders wenn Teams wie Hellas Verona oder AC Pisa endlich das bekommen, was sie statistisch verdient hätten.

Die Serie A zeigt einmal mehr: Fußball wird nicht auf dem Papier gespielt, auch nicht auf xG-Tabellen. Manchmal entscheidet eben doch das berühmte italienische Händchen für den entscheidenden Moment – oder einfach nur das Glück der Tüchtigen.