19. Spieltag: Die grosse Glückswelle rollt weiter
Der 19. Spieltag der Super League war wieder ein Paradebeispiel dafür, warum wir Expected Points brauchen: Während die einen ihre Glückssträhne fortsetzten, schauten andere trotz ordentlicher Leistungen in die Röhre. Besonders bitter wurde es für die Waadtländer, die gleich doppelt vom Fussballgott bestraft wurden.
Spiel der Woche: Lausanne – das Lehrbuch-Pech
Wenn man ein Beispiel für die Ungerechtigkeit des Fussballs suchen würde, müsste man nicht lange suchen: der FC Lausanne-Sport gegen den FC Luzern. Die Waadtländer dominierten mit 1.94 xG gegen 1.68 xG das Geschehen, verloren aber dennoch 0:4. Das ist nicht nur frustrierend – das ist statistisch gesehen fast unmöglich. Der FC Luzern hingegen durfte sich über eine Ausbeute freuen, die etwa so wahrscheinlich ist wie ein Sechser im Lotto.
Die Innerschweizer bewiesen damit wieder einmal ihre neu entdeckte Effizienz vor dem Tor, während der FC Lausanne-Sport weiterhin das Pech mit Löffeln frisst. Im Stade Olympique de la Pontaise wurde an diesem Abend nicht Fussball gespielt – da wurde pure Statistik-Rebellion betrieben.
Glückspilz des Spieltags: FC Lugano surft weiter auf der Glückswelle
Der FC Lugano hat es schon wieder getan! Mit einem 3:0 gegen den BSC Young Boys holten die Tessiner drei Punkte, obwohl die Expected Points nur einen Zähler hergegeben hätten. Bei einem xG-Verhältnis von 1.17 zu 0.87 war das Spiel ausgeglichener, als es das Resultat vermuten lässt.
Die Bianconeri sind mittlerweile die absolute Nummer eins im Glücksspiel der Super League. Mit 21.5 Punkten über ihren Expected Points thronen sie unangefochten an der Spitze der Glückstabelle. Das Stadio di Cornaredo scheint ein magischer Ort zu sein – zumindest was die Chancenverwertung angeht. Dass der FC Lugano damit auf Platz 3 der offiziellen Tabelle steht, während er in der ehrlichen Tabelle nur auf Rang 11 läge, ist schon bemerkenswert.
xG-Opfer: Grasshoppers und das ewige Leiden
Die armen Grasshoppers! Nach der 1:2-Niederlage gegen den FC St. Gallen sind sie wieder einmal die grossen Pechvögel. Obwohl das xG-Verhältnis mit 1.38 zu 1.82 für die Gäste sprach, war es für die Zürcher bitter, nach der Führung noch den Sieg aus der Hand zu geben.
Der Grasshopper Club Zürich sammelt fleissig Pechpunkte: Mit -10.5 Punkten zur ehrlichen Bilanz gehören sie zu den grössten Leidtragenden der Saison. Im Stadion Letzigrund müssen sie sich fragen, was sie dem Fussballgott angetan haben. Während andere Teams mit weniger Leistung mehr Punkte sammeln, kämpfen die Hoppers gegen Windmühlen – und verlieren dabei regelmässig.
Ehrliche Tabellenlage: Das grosse Durcheinander
Die Diskrepanz zwischen offizieller und xP-Tabelle ist weiterhin frappant. Der FC Thun führt zwar auch die ehrliche Tabelle an, aber mit deutlich weniger Vorsprung. Die grossen Verschiebungen:
Zu hoch klassiert: Der FC Lugano (Platz 3 statt 11!) und der FC St. Gallen (Platz 2 statt 6) leben weiterhin vom grossen Los. Auch der FC Thun hat 16.5 Glückspunkte auf dem Konto.
Zu tief klassiert: Der FC Lausanne-Sport wäre eigentlich Zweiter der Liga, steht aber nur auf Platz 9. Der Servette FC (Platz 10 statt 4) und die Grasshoppers (Platz 11 statt 10) sind weitere Opfer der Statistik-Götter.
Der FC Zürich ist übrigens das ehrlichste Team der Liga: Mit nur -0.5 Punkten Differenz entspricht ihre Tabellenposition fast exakt ihrer Leistung.
Ausblick: Das Karussell dreht sich weiter
Nach der Hälfte der Saison zeichnet sich ab: Das Glück wird sich irgendwann rächen. Teams wie der FC Lugano und der FC St. Gallen sollten sich warm anziehen – früher oder später holt die Realität auch sie ein.
Für die geplagten Pechvögel wie den FC Lausanne-Sport und den Grasshopper Club Zürich gilt: Durchhalten! Die Statistik ist geduldig, aber sie vergisst nichts. Irgendwann werden auch die verdienten Punkte kommen.
Der nächste Spieltag wird zeigen, ob die Glücksritter ihre Serie fortsetzen können oder ob endlich die ehrlichen Werte zum Tragen kommen. In der Super League ist jedenfalls weiterhin alles möglich – manchmal gegen jede Logik.