7. Spieltag: Glück entscheidet, Leistung weint

Der Wahnsinn von Basel und das grosse Glücksspiel

Was für ein verrückter 7. Spieltag in der Super League! Während die Fussball-Götter mal wieder ihre Würfel warfen, schauten die Expected Goals ungläubig zu. Am deutlichsten wurde das im St. Jakob-Park, wo der FC Basel eine Lehrstunde in Sachen «So verliert man trotz klarer Überlegenheit» abhielt. Aber der Reihe nach...

Spiel der Woche: Basel vs. Luzern – Wenn xG weint

Im St. Jakob-Park ereignete sich am 7. Spieltag ein statistisches Verbrechen: Der FC Basel dominierte den FC Luzern mit satten 2.46 zu 0.75 Expected Goals – und verlor trotzdem 1:2. Eine xG-Differenz von 1.71 zugunsten der Basler, die am Ende mit leeren Händen dastanden. Das ist wie wenn man beim Monopoly alle Strassen besitzt und trotzdem bankrott geht.

Der FC Luzern bewies eindrucksvoll, dass Effizienz manchmal wichtiger ist als Dominanz. Während die Basler das Spiel kontrollierten und Chance um Chance kreierten, reichten den Luzernern ihre wenigen Möglichkeiten für den Sieg. Fussball in Reinkultur – oder je nach Perspektive: der pure Wahnsinn.

Glückspilz des Spieltags: Luzern, Young Boys und Lugano im Dreierpack

Gleich drei Teams teilten sich den Titel des grössten Glückspilzes: der FC Luzern, der BSC Young Boys und der FC Lugano holten je drei Punkte, obwohl ihre Expected Points bei mageren 0.5 lagen. Ein Delta von +2.5 für alle drei – das ist schon fast mathematisch unmöglich.

Der FC Luzern war dabei der schamloseste Glücksritter. Mit gerade mal 0.75 xG gegen Basel zu gewinnen, das ist schon beinahe unverschämt. Aber hey, Tore zählen, nicht Expected Goals – auch wenn das manchmal schwer zu akzeptieren ist.

xG-Opfer: Basel, Thun und die Grasshoppers

Das Triumvirat des Pechs: der FC Basel, der FC Thun und der Grasshopper Club Zürich kassierten alle null Punkte, obwohl sie laut Expected Points je 2.5 Zähler verdient gehabt hätten. Ein Delta von -2.5 – autsch!

Der FC Basel leidet besonders, weil sie nicht nur verloren, sondern dabei auch noch die beste Leistung des Spieltags ablieferten. Die Grasshoppers hingegen müssen sich fragen, wie man mit 2.0 xG gegen Luganos 1.27 trotzdem als Verlierer vom Platz geht. Das Stadio di Cornaredo war für sie zur Hölle geworden.

Ehrliche Tabellenlage: Thun regiert, aber...

In der offiziellen Tabelle thront der FC Thun souverän mit 58 Punkten an der Spitze. Aber Moment mal: Die xP-Tabelle zeigt ein anderes Bild. Mit 41.5 Expected Points führt Thun zwar auch die ehrliche Tabelle an, aber der Vorsprung schmilzt drastisch. Das zeigt: Thun ist gut, aber vielleicht nicht so unschlagbar, wie es die Punkte suggerieren.

Der krasseste Fall von Realitätsverweigerung? Der FC Lugano! Tabellenplatz 3 mit 46 Punkten, aber nur 24.5 xP – das ist ein Delta von +21.5. In der ehrlichen Tabelle würde Lugano auf Platz 11 stehen. Das ist nicht mehr Glück, das ist schon fast Magie.

Umgekehrt weinen die Grasshoppers: Tabellenplatz 11, aber laut xP würden sie auf Platz 10 stehen. Mit -10.5 Punkten Differenz sind sie das Paradebeispiel für «viel Leistung, wenig Ertrag».

Ausblick: Das Glück ist ein Vogerl

Der 7. Spieltag hat wieder einmal gezeigt: Im Fussball regiert oft das Glück, nicht die Leistung. Aber Vorsicht – Expected Goals sind wie Karma: Sie holen einen irgendwann ein. Der FC Lugano sollte sich warm anziehen, denn mit 21.5 Punkten «Schulden» bei der Statistik wird der Absturz irgendwann kommen.

Auf der anderen Seite dürfen sich die Grasshoppers und der FC Basel Hoffnung machen: Wer so konsequent guten Fussball spielt, wird über kurz oder lang belohnt. Die xG-Götter sind geduldig, aber sie vergessen nie.

Der nächste Spieltag wird zeigen, ob die Glücksspieler ihre Serie fortsetzen können oder ob die Mathematik endlich wieder die Oberhand gewinnt. Eines ist sicher: In der Super League ist derzeit alles möglich – auch das Unmögliche.